Hilfe für Schulkinder in Senegal

Das westafrikanische Land am Rand der Sahelzone hat sich seit seiner Unabhängigkeit friedlich und demokratisch entwickelt. Das ist in Afrika nicht selbstverständlich! Leider ist man bisher nicht in der Lage, allen Kindern eine Schulausbildung zu bieten.

Nur kaum mehr als die Hälfte der Menschen können deshalb lesen und schreiben. Der Staat verfügt nicht über genügend Mittel, Schulen und Lehrer zu finanzieren. Die Ursachen sind das extreme Klima, das jegliche Landwirtschaft erschwert, fehlende Bodenschätze, wenig Industrie, sowie ein Bevölkerungswachstum, das über der wirtschaftlichen Entwicklung liegt.

Dabei ist die Ausbildung der Kinder der Schlüssel zur Lösung der Probleme. Nur wer lesen und schreiben kann, hat Chancen, einen Beruf zu erlernen. Er hat die Möglichkeit, sich zu informieren und kritisch über die eigene Situation nachzudenken.

So haben sich die katholische Kirche aber auch andere Organisationen des Problems angenommen und selbst Schulen gebaut. Die katholische Kirche - mit einem Anteil von nur etwa 5% an der Bevölkerung - ist selbst nicht begütert und muss Schulgeld verlangen. Im Collège St. Gabriel, Thiès, unterstützen wir seit etwa 10 Jahren ca 60 SchülerInnen, natürlich auch Kinder muslimischer Eltern, mit einer Schulgeld-Unterstützung.

Im äussersten Südosten des Landes, an der Grenze zu Guinea, ist die Schulversorgung noch schlechter. Hier, im Bassari-Land, hat es sich der Caritas-Leiter von Salemata, Pierre Boubane, zur Aufgabe gemacht, Buschschulen in den entlegenen Bergdörfern zu bauen.

Die Kinder besuchen diese Schulen drei Jahre. Sie lernen vor allem etwas Schreiben, Lesen, Rechnen und Französisch. Die Besten dürfen dann anschließend in Salemata in eine kirchliche Hauptschule gehen. Auch weiterführende Schulen gibt es dort.

Während der Woche werden die Kinder in einem "Internat" untergebracht und versorgt, das die Kirchengemeinde unterhält, weil die Diözese sich geweigert hat. Vor allem die regelmäßige Versorgung mit Lebensmitteln ist oft ein Problem. Pierre Boubane hilft auch hier dank unserer und anderer Spenden. Dr. Ute Gierczynski-Bocandé koordiniert für uns die Verwendung der Mittel.

Aber auch in anderen Landesteilen fehlen immer noch Schulen. Leider sind die staatlichen Schulen oft total überfüllt, weit entfernt und die Lehrer unzufrieden mit ihrer Bezahlung. So gibt es häufig lange Streiks. Daraus resultieren deutlich schlechtere Schulabschlüsse gegenüber den kirchlichen Schulen.

Mit AVANCEE bauten wir gerade in Ndoffane den ersten Teil einer von Eltern getragenen Hauptschule. El-Hadji Diouf, den wir schon 25 Jahre kennen, hat mit unserer Hilfe studiert und ist der Leiter dieser Organisation.

Er hat viele Jahre für uns die Berufsausbildung mit Caritas und in anderen Schulen begleitet. Leider kennt man dort nicht unser duales System. Neuerdings bietet er mit unserer Hilfe auf den Dörfern - vor allem Frauen, die nicht zur Schule gingen - eine Berufsausbildung im Gartenbau und in der Landwirtschaft. So sind - dank Brunnen und mit viel Fleiß - auch in der langen Trockenzeit tolle Gärten zur Selbstversorgung entstanden, die den Familien darüber hinaus auch ein Einkommen ermöglichen.