Jahresbericht 2011

Förderkreis hilft Bassaris im Senegal

März 2011: Im Rahmen einer selbstfinanzierten Reise besuchte der Initiator des Förderkreises, Gottfried Kölbl, zusammen mit den Sponsoren Dr. Hans Diebolder, Roland Hötzl und Michael Piesbergen das Land. Zunächst war man in Thiès, wo seit Jahren etwa 60 Mädchen und Jungen mit einer Schulgeldunterstützung des Förderkreises das Collège St. Gabriel besuchen. Ebenfalls in Thiès erhalten dort 18 junge Leute mit Hilfe des Förderkreises eine Berufsausbildung bei Don Bosco. Sie werden nun nach drei Jahren ihren Lebensunterhalt als Elektriker, Mechaniker und Schreiner verdienen können.

Dann fuhr die Gruppe ca. 700 km in Richtung Bassari-Land im äußersten Südosten des Senegal. Auf dem Weg besuchte man in Nguen Phillipe Boubane, einen jungen Lehrer, der mit Unterstützung des Förderkreises eine Lehrerausbildung erhielt. Die Bassaris sind eine der vielen Ethnien des Senegal. Sie leben zum Teil sehr abgeschieden in Bergdörfern und sind im Grunde traditionsorientierte Animisten geblieben. Als Kleinbauern leben sie noch in strohgedeckten Lehmhütten und arbeiten mit einfachsten Geräten. Mangels Schulen, sind die Dorfbewohner Analphabeten. Doch wollen sie in die nächste Stadt, zum Beispiel zum Markt, so merken sie dieses Manko schnell. So haben auch hier christliche Organisationen die Initiative ergriffen und sogenannte Buschschulen gebaut. Hier besuchen die Kinder während der sechsmonatigen Trockenzeit drei Klassen. Die besten dürfen dann, 30-40 km entfernt in Salemata oder Kedougou, die sechsjährige Elementarschule besuchen. Hier entsteht das nächste Problem für sie: Sie können nicht nach Haus und müssen in einem „Internat“ wohnen und essen. Sie schlafen zu zweit auf einer Matratze und Schmalhans ist Küchenmeister.

Da der Staat das ganze Bassari-Land sträflich vernachlässigt, liegt der Unterhalt der Schule in kirchlichen Händen. Die Katholische Kirche dort ist aber selbst nicht begütert. Mit dem polnischen Pater Marek in Kedougou und Pièrre Boubane von der Caritas in Salemata hat die Gruppe tolle Partner für die Zusammenarbeit gefunden. Koordiniert werden die Aktivitäten – auch der anderen Allgäuer Hilfsorganisationen vor Ort - von Dr. Ute Bocandé, einer Deutschen, die bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Dakar tätig ist und sich oft, anlässlich von Seminaren, im Bassari-Land aufhält. So hat ein Ehepaar der Kemptener Kirchengemeinde schon 2010 eine Buschschule in Hinaya gesponsert und für Essen gesorgt.

Von den 12.000 Euro, die die Gruppe nun von mehreren Sponsoren bei sich hatte, wird eine weitere Schule in Boudjine an der Grenze zu Guinea gebaut. Die Buschschule in Egath, wo Kinder auf Holzkisten sitzen, erhält Tische und Bänke. Inzwischen konnten mit Spenden aus einer Geburtstagsfeier auch in Backy Backy eine Schule beauftragt werden. In Ndoffane erhält El-Hadji Diouf, den Gottfried Kölbl schon fast 20 Jahre kennt, ein „Jungunternehmer-Darlehen“ für sein Gartenbauprojekt. Hier lernen 40 Frauen nicht nur für den eigenen Bedarf zu produzieren. Auch dort soll mit einer Schule begonnen werden. Den Lehrer will das Dorf dann selbst bezahlen.

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